„Bewegungsfreudiges IGI“

Übe unablässig den Leib, mache ihn kräftig und gesund, um ihn weise und vernünftig zu machen“ (Rousseau, 1778)Boulderwand
Begreifen braucht Bewegung
«Zu wenig Bewegung, zu viel Medienkonsum, unausgewogene Ernährung der Kinder, Stresssymptome schon bei kleinen Kindern» sind Befunde, die schon fast täglich in der Presse zu lesen sind.
Die WHO (Welt-Gesundheits-Organisation) bestätigt in ihren Studien, dass zwei Drittel aller Kinder weltweit zu wenig aktiv sind. Dass sich dies negativ auf die Gesundheit und das Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen auswirkt, liegt auf der Hand und ist auch wissenschaftlich belegt. Untersuchungen zeigen, dass die motorischen Einschränkungen nicht nur gesundheitliche Folgen haben.
Kinder wollen die Welt erkunden – und dazu gehört Bewegung. Sie machen wichtige soziale, emotionale und kognitive Erfahrungen, indem sie sich bewegen. So stellen sie Zusammenhänge in ihrer Alltagswelt her oder machen Raumerfahrungen und lernen dabei, sich auch in abstrakten Räumen gedanklich zu bewegen.
Bei der aktiven Entdeckung der Welt stellen Kinder Fragen, phantasieren zu Phänomenen (bilden gleichsam Hypothesen) und sind gefordert beim Problemlösen. Dabei erleben sie auch Misserfolge und erfahren eigene Grenzen. Durch Bewegung können Kinder Stress ab-bauen und erhöhen so unter anderem ihre Konzentrationsfähigkeit. Kurz: Bewegungserfahrungen wirken sich positiv auf die Wahrnehmung, die Leistung, das Selbstwertgefühl und auf das Sozialverhalten von Kindern aus.“

Hirt Monico, Pia: Vorwort. Begreifen braucht Bewegung. Hg. v. der FH Nordwestschweiz. Pädagogische Hochschule. Aarau 2005.
Online im Internet:
URL: http://www.kinder-im-gleichgewicht.eu/Website-Management/UserData/ModuleContents/884/Downloads/Begreifen_braucht_Bewegung.pdf [Stand 28.05.2013]

Besser lernen mit Bewegung

Konzept des Bewegten IGI:

1 Bewegte Pause

1.1 Täglich auf den Schulhöfen
1.2 November bis März: Einmal pro Woche für jede 5. und jede 6. Klasse in der Sporthalle
1.3 Spezielle Zusatzangebote für verschiedene Klassenstufen in der Sporthalle

2 Bewegter Unterricht (täglich)

2.1 Bewegungspause
2.2 Lernen mit und durch Bewegung

3 Außerunterrichtliche Bewegungsangebote

3.1 Schulsportwettkämpfe
3.2 Arbeitsgemeinschaften
3.3 Spezielle Angebote in Kooperation mit Vereinen (nachmittags)
3.4 Spiel- und Sportfest und Sponsorenlauf
3.5 Bewegte Wandertage und Schullandheime

4 Sonstiges

4.1 Bewegung – Musik – Bildende Kunst
4.2 Ausbildung von Schülermentor/innen Sport
4.3 Weiterbildung der Lehrkräfte zur Bewegten Schule
4.4 Informationsveranstaltungen und Projekte zum Thema „Gesundheit“


Ansprechpartner: Albrecht Berkenkamp und René Bäthies (Lehrer), Aline Dörr und Petra Busch (Eltern), Lena Lattwein, Dominik Seel, Alexander Folz (Schüler)

Leitfaden „Bewegte Schule“

Das Projekt „Bewegungsfreudiges IGI“ erlebte 2010 seine Geburt in einer Seminarfach-Gruppe von siebzehn Schülerinnen und Schülern. Sie setzten sich mit den Fragen aus-einander, welcher wissenschaftliche Hintergrund eine „Bewegte Schule“ rechtfertigt und wie man das Illtal-Gymnasium bewegungsfreudiger gestalten könnte. Zahlreiche Studien der letzten zwanzig Jahre belegen zum einen, dass viele Heranwachsende sich zu wenig bewegen, zum anderen, dass Kinder und Jugendliche sich durch Spiel, Sport und Bewegung unter bestimmten Bedingungen positiv entwickeln. Als Stichworte seien an dieser Stelle erwähnt: Aggressionsabbau (v.a. bei Jungen), Stressresistenz, Konzentrationsfähigkeit und Gedächtnisleistung, Sozialkompetenz, Wohlbefinden und Lernfähigkeit.
Mittel- oder langfristig wird sich der Trend zur GGTS durchsetzen, sodass es auch unter diesem Aspekt ratsam ist, in kleinen Schritten kind- und jugendgemäße Inhalte und Strukturen des Schulalltags einzuführen.

Das Projekt „Bewegungsfreudiges IGI“ erlebte 2010 seine Geburt in einer Seminarfach-Gruppe von siebzehn Schülerinnen und Schülern. Sie setzten sich mit den Fragen auseinander, welcher wissenschaftliche Hintergrund eine „Bewegte Schule“ rechtfertigt und wie man das Illtal-Gymnasium bewegungsfreudiger gestalten könnte. Zahlreiche Studien der letzten zwanzig Jahre belegen zum einen, dass viele Heranwachsende sich zu wenig bewegen, zum anderen, dass Kinder und Jugendliche sich durch Spiel, Sport und Bewegung unter bestimmten Bedingungen positiv entwickeln. Als Stichworte seien an dieser Stelle erwähnt: Aggressionsabbau (v.a. bei Jungen), Stressresistenz, Konzentrationsfähigkeit und Gedächtnisleistung, Sozialkompetenz, Wohlbefinden und Lernfähigkeit.
Mittel- oder langfristig wird sich der Trend zur GGTS durchsetzen, sodass es auch unter
diesem Aspekt ratsam ist, in kleinen Schritten kind- und jugendgemäße Inhalte und Strukturen des Schulalltags einzuführen.
2012 nutzte ein Arbeitskreis, bestehend aus Schülern, Eltern und Lehrern, die bereits geleistete theoretische Vorarbeit, um die praktische Umsetzung voranzutreiben. In konstruktiver Zusammenarbeit mit der Gesamtelternvertretung, der Schulleitung, einigen Lehrer/innen und Schüler/innen sowie dem Bauamt des Landkreises erfolgten die ersten Schritte bei der Neugestaltung des Schulhofs. Durch die Spenden der Sparkasse Neunkirchen und der Firma Michael Gesellchen GmbH wurde es möglich, dass die Schüler und Schülerinnen nun während der Pause eine Basketball-Anlage nutzen können. Vom Landkreis
wurden auf dem Schulhof hinter dem Bistro drei Bänke und zwei Soccer-Tore installiert. In den beiden darauf folgenden Jahren ermöglichten die Sparkasse Neunkirchen und der Förderverein die Anschaffung einer Outdoor-Tischtennisplatte. Der Landkreis sorgte für die Markierungen der Spielfelder, und ein von den SportlehrerInnen veranstalteter Spendenlauf finanzierte eine Boulderwand.

Mit Hilfe von Sponsoren (SAARLAND-Versicherung Saarbrücken, Allianz Generalvertretung Dörr-Breit-Mintrup OHG und die Fa. Norbert Zewe in Illingen sowie die Sparkasse Neunkirchen) und dem Recycling-Projekt „Sammel mit“ konnten den 5er-, 6er- und 7er-Klassen für die Hof-Pausen Spielgeräte zur Verfügung gestellt werden, die in den Klassen-räumen in Boxen deponiert sind und auf dem Hof von den Schülerinnen und Schülern genutzt werden können. In den Schlechtwetter-Phasen wird seit 2013/14 jeder fünften und sechsten Klasse einmal pro Woche in der ersten großen Pause die Sporthalle geöffnet, um den Kindern unter Anleitung von Lehrer/innen und Schülermentor/innen Bewegung zu ermöglichen. Spielebox

Aber auch an die anderen Jahrgänge ist bereits gedacht: Manche Lehrer/innen und Schüler/ innen wollen die Chance ergreifen, andere zum Mitmachen anzuregen, z. B. bei Hip-Hop, Seilspringen, Federball, Koordinations- oder Fitness-Spielen.

Schließlich ist auch der Unterricht bewegungsreicher geworden. “Lernen mit und durch Bewegung, aber auch Entspannen” heißt das Motto, das insbesondere den Schüler/innen der unteren Jahrgangsstufen sinnvolle Abwechslung zum stundenlangen täglichen Sitzen bieten soll. Seriöse Studien belegen, dass gezielte Bewegungs- und Entspannungsübungen die Konzentrationsfähigkeit von Kindern verbessern und die Stressresistenz steigern können.

Es gibt viele Schulveranstaltungen (z. B. Lehrfahrten, Projekttage) mit sportlichen Schwerpunkten: Ski alpin, Kanu, Klettern, Wandern, Slackline, Qi Gong, Yoga, Selbstverteidigung. Außerdem nehmen regelmäßig Mannschaften des IGI an überregionalen Schulsportwettbewerben teil (Basketball, Handball, Fußball, Volleyball, Beach-Volleyball, Schwimmen, Triathlon, Ausdauerlauf, Mountainbike u.a.m.). Schullaufmeisterschaften

Seit dem Schuljahr 2014/15 besteht eine Kooperation mit dem SV Kerpen Illingen, sodass Schul- und Vereinsleben harmonisch miteinander verknüpft sind.

Nicht vergessen werden darf die Optik des Schulgeländes. So haben Schüler/innen der Klasse 8 und 10 vor den Sommerferien 2012 das triste Grau der Mauer vor der Sporthalle durch farbenfrohe Motive ersetzt. Damit sich die Schüler/innen des IGI auf ihrem Schulgelände noch wohler fühlen können, sollen weitere „Malarbeiten“ erfolgen.

Bei all diesen Aktionen des bewegungsfreudigen Illtal-Gymnasiums spielen Freude und Gemeinschaft eine große Rolle. So wird auch der Gedanke „Schüler helfen Schülern“ berücksichtigt: Die jüngeren Schülerinnen und Schüler werden von älteren gecoacht. Mittlerweile haben sogar schon 16 Schülerinnen und Schüler des IGI eine vom Landessportverband Saar (LSVS) angebotene Ausbildung zum Schüler-Mentor an der Sportschule Saarbrücken absolviert. Auf diese Weise werden die Jugendlichen an ehrenamtliche Tätigkeiten herangeführt und können ihre eigene Persönlichkeit weiterentwickeln. Das Angebot stellt eine Möglichkeit für junge Sportler dar, selbst aktiv schulische Projekte, Arbeitsgemeinschaften und Wettkämpfe mitzugestalten. Schulen, Lehrer und Trainer profitieren dabei von einer besseren Vernetzung aller beteiligten Kooperationspartner.

Das IGI wurde im Jahr 2013 vom LSVS zur „Pilot-Schule“ erklärt und erhielt am 23. April 2014 als eine von insgesamt bis dato vier Schulen des Saarlandes und als erstes Gymnasium das Gütesiegel „SportBewegte Schule Saar“.Verleihung SportBewegte Schule Saar

Seit diesem Schuljahr gibt es eine jahrgangsübergreifende Arbeitsgemeinschaft mit 35 Schülerinnen und Schülern, die gemeinsam mit SchülermentorInnen und LehrerInnen das Gesamtprojekt weiter vorantreibt. So sollen unsere Pausenhöfe noch besser ausgestattet werden, die SchülerInnen weitere Bewegungsmöglichkeiten (z. B. Qi Gong, Ringen, Judo) kennen lernen, möglichst viele Klassen Materialien für Abenteuer- und Kooperationsspiele (Erlebnispädagogik) erhalten sowie Material für Bewegungsanreize im Bewegten Unterricht angeschafft werden.

Wer sich dem Arbeitskreis „SportBewegte Schule Saar“ (Eltern, Schüler/innen, Lehrer/innen) anschließen möchte, kann sich an die oben genannten Ansprechpartner wenden.

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– Aktualisiert am 20.11.2015 um 13:43