Jugend debattiert
11.07.2008Der Wettbewerb “Jugend debattiert” ist mittlerweile der größte Schülerwettbewerb Deutschlands. Schüler und Schülerinnen lernen im Unterricht sich mit politischen Fragen auseinanderzusetzen und dann darüber in eine Debatte miteinander zu treten. Debattieren heißt: sich zu einer strittigen Frage eine fundierte Meinung bilden, Gründe nennen, Kritik vortragen – gegen- und miteinander. Debattiert wird über aktuelle politische Fragen und über Fragen und Probleme, die von allgemeinem gesellschaftlichem Interesse sind.
So wurde in diesem Jahr im Landeswettbewerb unter anderem über folgende Fragen debattiert:
Soll den Flüssen in Deutschland mehr Raum gegeben werden?
Soll der Rückzug aus der Kernenergie wieder rückgängig gemacht werden?

Im Rahmen des Wettbewerbes läuft eine Debatte nach immer gleichen Regeln ab:
Zwei Schüler oder Schülerinnen präsentieren die Proseite und zwei weitere Schüler bzw. Schülerinnen übernehmen die Kontraseite.
Los geht es mit einer Eröffnungsrede, in der jeder der Teilnehmer zwei Minuten lang seine Position darstellt. Hier geht es darum, Begriffe zu klären und Position zu beziehen.
In der freien Aussprache, die insgesamt 12 Minuten dauert, werden dann die Argumente ausgetauscht.
Die Debatte endet mit einer Schlussrunde, in der jeder der Debattanten für die Zeitdauer von einer Minute die Debatte bewertet und zu einem abschließenden Meinungsurteil kommt.
Die Debatte stellt hohe Anforderungen an die Debattanten, nicht nur Sach- und Fachwissen ist gefordert, sondern auch die Fähigkeit frei zu sprechen und zu überzeugen.
Nachdem das Debattieren im Unterricht geübt wurde, wählt jede Klasse aus ihrer Mitte zwei Klassensieger.
Beurteilt werden neben Sachkenntnis und Ausdrucksfähigkeit auch Überzeugungskraft und Gesprächsfähigkeit. Also Fähigkeiten und Kenntnisse, die man nicht nur in einer Debatte braucht oder im Schulalltag im Allgemeinen, sondern immer dort, wo es darum geht, sich mit anderen über wichtige Themen entscheidungsfindend auseinanderzusetzen.
Nach dem Klassenwettbewerb geht es dann in den Schulverbundwettbewerb, wobei in jedem Schulverbund drei oder vier Schulen vertreten sind. Dort werden wieder Sieger gekürt, die als Gewinn an einem dreitägigen Rhetorikkurs teilnehmen dürfen. Unterteilt wird hierbei in Schüler der Sekundarstufe 1 (Klasse 8-10) und in Sekundarstufe II (Klasse 11-13)
Die nächste Ebene ist die Landesebene, auf der sich dann die Sieger der Schulverbünde stellen. Die Landessieger gewinnen wiederum ein dreitägiges Profitraining und lernen dort bereits ihre Mitstreiter kennen, auf die sie dann wieder im Bundeswettbewerb in Berlin treffen.
Der Bundeswettbewerb “Jugend debattiert” ist ein Projekt der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung auf Initiative und unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten in Kooperation mit der Stiftung Mercator, der Heinz Nixdorf Stiftung, der Robert Bosch Stiftung und der Kultusministerkonferenz sowie den Kultusministerien der Länder.

